Hanf - eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt
Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Hanf gehört zur Gattung der Hanfgewächse und wird vor allem in Indien, Vorderasien und Afrika angebaut. In Europa gibt es Funde, die etwa 5500 Jahre alt sind. Zusammen mit Flachs war der Hanf somit lange die wichtigste Faserpflanze. Der Faserhanf wird an die drei Meter hoch und ist eine einjährige Pflanze. Sie ist sehr anspruchslos und wächst fast überall.
Die Herstellung von Hanfgarnen unterscheidet sich nicht von der Herstellung von Leinengarn (siehe Flachs).

Jahrhunderte lang war die Hanfpflanze von größter Bedeutung. Kaiser Karl der Große erließ um 800 n. Chr. sogar ein Hanf-Gesetz und verpflichtete damit seine Untertanen zum Anbau. Nicht nur für Kleidung war die Pflanze so wichtig. Die Sehnen der Langbögen wurden daraus gedreht, da die robuste Hanffaser enorme Zugkraft aushält.
Im 13. Jahrhundert wurde die Pflanze dann auch zur Papierherstellung verwendet. Gutenberg druckte 1455 seine berühmte Gutenberg-Bibel auf Hanfpapier. Hanfseile und Segeltuch aus Hanf für die Schifffahrt waren unersetzlich. Denn Hanf sog sich nicht so sehr mit Wasser voll wie Baumwolle und verrottete nicht so leicht wie Flachs. Ausserdem waren Hanfsamen jahrhundertelang eine gesunde und reichhaltige Nahrungsquelle. Sie enthalten hochwertiges Eiweiß und wertvolle Öle.

Durch die berauschende Wirkung des Harzes war die Pflanze seit jeher auch als Heilpflanze bekannt und wurde für schamanische Zwecke verwendet. Der griechische Arzt und Naturforscher Galen beschrieb schon 200 n. Chr. die Wirkung von Cannabis-Gebäck. Plinus der Ältere, ein römischer Gelehrter, schrieb, wie Hanf Schmerzen lindert und vom Mittelalter bis zur Neuzeit wurde Hanf zur Schmerzlinderung gewonnen.

Bis zum zweiten Weltkrieg wurde die Pflanze in Deutschland kultiviert. Der Hanfanbau wurde 1982 durch die Neufassung des Betäubungsmittelgesetzes in Deutschland endgültig verboten. Unter strengen Auflagen darf seit 1996 Faserhanf wieder angebaut werden. Der THC-Gehalt der Pflanzen darf aber nicht über 0,3 Prozent sein und der Anbau unterliegt strengen Kontrollen.

Heute gibt es wieder sehr viele Produkte aus Hanf. Angefangen mit Stoffen für Bekleidung, Hanfseile, Hanf findet sogar Verwendung in der Kosmetikindustrie als Seife, Cremes usw. Ein großer Anteil der Hanfproduktion wird zu Dämmstoffen verarbeitet, die im Bau und bei Renovierungen verwendet werden.

Viele Infos zu der Nutzpflanze bekommt man auch im
Hanfmuseum Berlin

H.A.N.F. e.V.
Deutscher Hanfverband
Speisehanf - Rezepte